reisebericht ausfahrt nach montenegro 2022

am anfang war das wort - oder so ├Ąhnlich muss es wohl heissen, als ich bei einem freit├Ąglichen clubabend zeuge eines gespr├Ąches ├╝ber einen ausflug nach montenegro wurde. hier habe ich mich dann sofort aufgedr├Ąngt und trotz noch-nicht-pensionisten-status auf eine m├Âgliche mitreise gehofft. indem sich dann noch christian hinzugesellte und die musketiere bzw das paracetamolgschwader die passende gr├Âsse erreicht hatte wurden die pl├Ąne schon genauer.
mithilfe einer whatsappgruppe wurden die verschiedensten information und bauteile gesammelt und hermann durfte sich an die lange und doch eher unbedankte arbeit der routenfindung machen.
nach einem weiteren planungsgespr├Ąchsabend im club waren die routen und die voraussichtliche dauer so halbwegs klar. was nicht klar war: wie sollte ich als nicht-pensionist den entsprechenden zeitrahmen erhaschen. dank eines (ebenfalls motorradfahrenden) zuvorkommenden dienstreglers und der nichtnominierung der g├Âttergattin zur kegel-wm tat sich ein passendes zeitfenster auf. eines vorweg: in meinem jugendlichen leichtsinn hatte ich s├╝den mit waerme assoziiert (ein grober fehler, wie sich noch zeigen sollte). egal, die letzen planungskleinigkeiten waren schlussendlich erledigt und die reine fahrdauer auf 8 tage komprimiert (mit angeblichen kurzetappen)
und somit kam der abreisetag und der bericht zu

 

tag1: (534 km liezen - gospic)

zusammentreffen der ibuprofen-riders um 7.30 des morgens (senile bettflucht hat schon sein gutes) und freude ├╝ber das doch zu erwartende gute wetter. eine so bunt zusammengew├╝rfelte gruppe von verschiedenen motorr├Ądern sahen wir auf dieser tour ausser unseren eigenen nicht mehr (ktm790, bmw1200gs, transalp und xt660r). bei mir begann die fahrt bereits um 7.00 mit dem obligaten umfaller meiner elise (ich sollte wirklich einmal etwas bez├╝glich des seitenst├Ąnders unternehmen), der aufgrund der seitenkoffer und des d├Ąmpfenden grases keine sichtbaren spuren hinterliess (mich aber bei der reise zusehends nerv├Âser machte).
zur├╝ck zur abfahrt. nach 2-j├Ąhriger zwangspause meines lieschens waren die ersten kilometer etwas gew├Âhnungsbed├╝rftig. das zutrauen war denoch gleich gefunden und es ging in schon einigermassem guten marschtempo ├╝ber den triebener tauern und obdacher sattel. vorbei an der koralpe erfolgte der erste stop der karawane in lavam├╝nd. hiermit war mir bereits klar, dass diese fahrt keine kuk-tour werden w├╝rde und ein kluger mopedfahrer sich beizeiten reserven an essbarem und getr├Ąnken besorgen sollte (dass habe ich dann auch weiter so gehalten)
der grenz├╝bergang nach kroatien gestaltete sich als nicht sehr zeitraubend (wie im ├╝brigen alle ├╝brigen folgenden auch). als alter heimito von doderer fan wollte ich nat├╝rlich slunj und die dortigen wasserf├Ąlle besuchen. demgegen├╝ber stand das dr├Ąngen auf weiterfahrt durch den chef der planung, der hier keine zeitreserven verbucht hatte.
via celje und den sehr sch├Ân und z├╝gig zu fahrenden vahta richtung ljubljana (kein halt geplant, leider) ging es weiter. eher wurde dann schon die durchfahrt durch lasko und die dortige brauerei zur kenntnis genommen. die gemse durften wir aufgrund des rasenden reiseleiters nicht besuchen. an novo mesto vorbei quer durch karlovac. ├╝ber nicht allzuenge strassen ging es weiter zur ersten gr├Âsseren geplanten station, der flugzeugkaverna zeljava. die c-47 musste nat├╝rlich auch besucht werden und erinnerte mich an einen monty python sketch - denn der norwegische blauling flog auch nicht mehr;-)
die n├Ąhe zu bosnien bezahlte unser maximo leader mit dem einbuchen seines mobiltelefones in das dortige netz und ein paar extra abgebuchten euros.
nat├╝rlich mussten wir in den flugzeugstollen einfahren und hier fiel mir das doch eher funzelige licht meines lieschens auf (dankenswerterweise hielt ich mich immer relativ knapp an christian und konnte so dem lichtkegel seiner ktm folgen. davon abgesehen: da drinnen ist es nicht allzu lauschig und vor allem: SEHR rutschig! das tagesetmal war mit 537 km und dem erreichen von gospic erledigt. ein in zukunft obligat werdendes stiefelbier rundete den tagesendpunkt ab. die kulinarische wahl fiel (wie mehrfach) auf eine pizzeria. drei-hauben-koch reise war das in der gesamtheit nicht, wir waren aber auch zum mopedfahren und nicht zur nahrungsaufnahme unterwegs.
mirx versch├Ânte mir die nacht mit heimischen s├Ągeger├Ąuschen (die aber in ihrem ausmass noch keine amazonasrodung darstellten).
das fr├╝hst├╝ck gab es (wie auch weiterhin), zu eher fortgeschrittenen stunde (soll heissen: 2018 war ich da bereits immer schon 2 stunden unterwegs gewesen).
und damit licht aus und weiter zu:

 

tag2: (448 km gospic - komolac)

6.30 - tagwache - kam bei mir etwas zu sp├Ąt, da mirxen's zartes schnarchen mich bereits um 5.00 von der pein weiter schlafen zu m├╝ssen befreit hatte.
kulinarische wunder gab es auch des morgens keine. 7.30 fr├╝hst├╝ck mit der geplanten abfahrt um 8.00 (das auch so ungef├Ąhr passte).
quer durch das velebit gebirge war der plan winnetouch und abahatschi zu besuchen (oder so ├Ąhnlich). die auffahrt durch ab und an doch eher tiefen schotter gestaltete sich als auch f├╝r mich machbar, denoch fehlt mir auf diesem gel├Ąuf das n├Âtige know-how.
irgendwann sollte ich doch einmal lernen, wie man bei solchen bedingungen richtig f├Ąhrt. ausser: "geschwindigkeit stabilisiert" gab es keine weiteren tipps und das wurde so gut wie m├Âglich eingehalten. die abfahrt war dann doch leichter zu bew├Ąltigen. die landschaft aber ist in jedem fall schon einen besuch wert. schroffe karstlandschaften erz├Ąhlen hier von kargheit und man wundert sich immer ├╝ber h├Ąuser, die ab und an in der landschaft verteilt sind.
an benkovac vorbei ging es weiter richtung jadranska magistrale. vorbei an sibenik, trogir und split nach makarska. erg├Ąnzung: dieser kuestenabschnitt von trogir bis makarska ist im landesinneren wesentlich lustiger zu fahren. in mehr oder minder schleichfahrt durch d├Ârfer und unz├Ąhligen radark├Ąsten h├Ąlt sich die freude hier in grenzen (2018 habe ich den weg im landesinneren genommen und jetzt weiss ich wenigstens auch warum;-) )
weil wir noch zeit und lust ├╝brig hatten, wurde eine erst sp├Ąter geplante erst├╝rmung des sveti jure bereits an diesem tag in angriff genommen. und mit dem in angriff nehmen hatte es sich dann auch schon, da die zufahrt nur bis zum restaurant m├Âglich gewesen w├Ąre.
wobei zur erst├╝rmung noch hinzuzuf├╝gen w├Ąre, dass christian's jugendlicher ungest├╝m und die ├╝beraus gute strasse ein abbiegen zur maut erst nach einer 2km vorbeifahrt m├Âglich machte.
bei der nachfolgenden suche zur├╝ck zur magistrale entdeckte er aber ein, sowohl ├╝beraus enges, als auch ├╝beraus neigungsstarkes straesschen, dass einen vergleich zur dachstein s├╝dwand nicht zu scheuen brauchte. da ausser uns niemand diesen verkehrsweg benutzte, erreichten wir nach abenteuerlicher steilfahrt wieder die magistrale und konnten unseren weg fortsetzen, aber leider eben unverrichteter dinge.
das geplante nachtquartier (bzw ende der tagesstrecke) wurde aber aufgrund des preises nicht in anspruch genommen (das ging dann bei der r├╝ckfahrt besser, dass konnten wir aber zu diesem zeitpunkt noch nicht wissen) und wir setzten die reise bis ragusa fort.
mittlerweile hatte ich meine von 2018 erprobte n├Ąchtigungsbeauftragte mit unserem fall vertraut gemacht und vanessa versorgte uns mit nachrichten ueber ein quartier in komolac, welches wir dann auch buchten. ein obligates stiefelbier und meine r├╝ckschau: kein kuk, kein wasser, kein stopp - fast wie auf einem galeerenausflug um 1600 herum....
nach abendessen und tira-misu (dass ich etwas anders in erinnerung hatte) ging es zur nachtruhe und damit ab in das s├Ągewerk.

 

tag3: (338 km komolac - virpazar)

eine nacht des grauens folgte. blutr├╝nstige scharen an moskitos warteten darauf, dass wir uns in morpheus arme begaben um dann zuzuschlagen bzw zuzustechen.
um 03.00 erfolgte dann mirxens und mein gegenschlag und wir meuchelten ca eine hundertschaft der fiesen gesellen. nach den flecken an der nun roten wand zu urteilen, d├╝rften wir genug blut gespendet haben, um eine herztransplantation erm├Âglicht zu haben. immerhin waren wir dann bis zum morgengrauen von weiteren angriffen dieser art ziemlich verschont.
fr├╝hst├╝ck war interessant: auf unsere frage was es g├Ąbe, wurde geantwortet: ich bringe alles - und das tat sie dann auch. so konnten wir den n├Ąchtlichen blutverlust halbwegs stillen und uns auf den zu erwartenden gewaltigen fahrtag vorbereiten.
ragusa bzw dubrovnik wurde links (oder war es doch rechts) liegengelassen und wir machten uns auf nach montenegro. die bucht von kotor: immer wieder ein genialer anblick. die f├Ąhre sollten wir auch einmal nehmen, solange es sie noch gibt (und sie nicht durch eine br├╝cke ersetzt wurde) diesmal aber nicht die k├╝stenlinie, sondern etwas weiter oben die bucht umfahren. ein geniales, wenngleich schmales straesschen. den weg durch kotor h├Ątte man sich sparen k├Ânnen, da die pest des mittelmeeres nat├╝rlich schon wieder vor ort ist (kreuzfahrtschiffe - aber vielleicht bin ich zu motorradlastig).
in kotor auch eine datenkarte f├╝r das montenegrinische netz gekauft (mit sofortfunktion und eigentlich sehr niedrigem preis). der folgende abschnitt war dann nicht so lustig. eine abzweigung laut navi wurde wegen der enge (und steile) des gaesschens nicht zur kenntnis genommen. die reisegef├Ąhrten versuchten sich aber daran, ausser mirx, der in weiser voraussicht einmal abwartete. ich machte den fehler es ebenfalls zu versuchen und b├╝sste im obersten abschnitt der sackgasse einige meiner l├Ąsslichen s├╝nden ab.
man k├Ânnte durchaus sagen, meine mitreisenden h├Ątten mich am berg sterben lassen. egal: zumindest gab es nach der strapaze die erste (vermutlich auch letzte) aussertuer(tour)liche pause.
nach dem umfahren der bucht erfolgte der anstieg richtung lovcen. erschreckend war die hohe anzahl an entgegenkommenden autobussen (2018 habe ich davon praktisch nichts bemerkt) durch die die strasse doch einigermassen schmal wurde (buschaffeur w├Ąre nicht mein traumberuf). den besuch des mausoleums haben wir uns verkniffen: einerseites wegen der maut, andererseits wegen der autoschlamge vor der maut.
die fahrt quer durch den nationalpark war daf├╝r eine entsch├Ądigung und auch ein plausch mit englischen mopedfahrern kam dabei vor.
nach dem nationalpark ging es retour zur magistrale und eine extrem gut zu fahrende strasse. das war gemaess unserem reiseleiter natuerlich nicht von langer dauer. eine abfahrt wurde wegen der schmalheit des straesschens (das hatten wir schon ├Âfter) nicht zur kenntnis genommen. da mir meine mitreisenden im r├╝ckspiegel abhanden gekommen waren, entschloss ich mich umzudrehen und die abzweigung geb├╝hrend zu bewundern.
auf die frage, ob es nicht doch etwas eng waere, kam die verwunderte antwort, dass ich ja hier ganz klar und deutlich ein 7t schild sehen k├Ânnte und wenn schon lkw hier fahren k├Ânnen, warum dann nicht auch wir....
tja - gesagt, getan: es folgten kilometer um kilometer durch fast menschenleere gegend und mirx war auf den "gr├╝nen asphalt" gar nicht mehr gut zu sprechen. in jedem fall ein eindrucksvolles erlebnis. dann entlangfahrt am shkodra see (aber immer nur auf der montenegrinischen seite) und zimmersuche in virpazar, die sich nicht als lang entpuppte, da uns der chef des hotel pelikan gleich nach dem halt vereinnahmte.
ein stiefelbier (auf kosten des hauses) und n├Ąchtigung im pelikan und abendessen im angeschlossenem restaurant (wobei sich mein rasnici als sagen wir einmal "etwas z├Ąh" herausstellte (wenngleich keinen gegner f├╝r das st├╝ck fleisch im hotel intim in rum├Ąnien 2018 darstellte)
es folgte eine ereignislose nacht und ...

 

tag4: (417 km virpazar - zabljak)

nach dem orts├╝blichen und wie gewohnt nicht fr├╝hmorgendlichem fr├╝hst├╝ck ging es, man k├Ânnte fast sagen, zur k├Ânigsetappe des ausfluges. nach ereignisloser durchfahrt durch podgorice steuerten wir unsere mopeds dem durmitor nationalpark zu. und wie auch bereits erwartet wurde das wetter schlechter und die ersten regentropfen sorgten daf├╝r, dass wir die regenbekleidung auspackten und uns vermummten. ich war froh, die heizhandschuhe ebenfalls eingepackt zu haben und verwendete diese nat├╝rlich auch. die temperaturen sanken und vom "sonnigen s├╝den" war nichts mehr zu bemerken.
aufgrund des nicht├╝bereinstimmens von karte zu realit├Ąt durften wir den einen oder anderen umweg machen. besonders fiel eine geisterfahreraktion auf einer autobahnbaustelle ins auge. die durchfahrt durch den (in bau befindlichen und logischerweise unbeleuchteten) tunnel gestaltete sich ├Ąhnlich interessant, wie zuvor der aufgelassene flugzeugbunker.
der tara schlucht wurde aufgrund der hohen geschwindigkeit des reiseleiters keine entsprechende w├╝rdigung gezollt und deshalb ist davon weder ein bild noch eine schneekugel verf├╝gbar.
mittlerweile hatte es so halbwegs aufgeklart und die nebel sich verzogen wodurch der durmitor in ganzer sch├Ânheit f├╝r uns sichtbar und gut befahrbar wurde. einer ├╝berquerung des sedlo-passes stand aber leider ein zuviel an schnee im wege und so ging es im r├╝ckw├Ąrtsgang nach pluzine und zur quartiersuche. da diese f├╝r uns unbefriedigend verlief, fuhren wir noch einmal die strecke zur├╝ck bis zabljak. dieser abschnitt der tour verlief, man k├Ânnte sagen, einigermassen z├╝gig und die begeisterung bzw die r├Âsslein gingen da das eine oder andere mal durch. besonders sollte hier noch die durchfahrt durch die lampenlosen tunnel erw├Ąhnung finden, in denen es durchaus auch 180grad kehren zu bewundern gab.
das durch die heimatliche quartierbeauftragte ausgesuchte hotel konnte in zabljak nicht gefunden werden, worauf wir uns in einem zwar optisch ordentlichen, intern aber noch mit ehemaligem ostblock-charme versehenen hotel, das quartier buchten. stiefelbier, kultivierung und aufsuchen einer nahegelegenen pizzeria erfolgte im bereits gewohntem rhythmus. im vergleich zu 2018 gab es im durmitor einiges an baut├Ątigkeit. wanderungen in diesem gebiet sollte man f├╝r die zukunft durchaus in betracht ziehen. auch erw├Ąhnenswert ist eine sehr hohe polizeidichte auf allen abschnitten in montenegro. wie immer erfolgte beim abendessen eine schmerzbesprechung und christian vermutete, dass hermann, aufgrund der schmerzen bei einer gichtbehandlung, dem arzt wohl auch einmal eine route geplant haben musste. dieser gedankengang war f├╝r uns ├╝brigen durchaus leicht nachvollziehbar. dem geplauder folgte eine nur durch s├Ąget├Ątigkeit unterbrochene nachtruhe und weiter geht es mit....


tag5: (490 km zabljak - zaton)


fr├╝hst├╝ck wie zu kommunistischen zeiten - so k├Ânnte ein werbeslogan des hotels lauten. servierwagen wurden ja nur erfunden, damit jegliche nahrung darauf kalt wird und m├Âglichst lange nicht den gast ereicht. in summe: auch diese mahlzeit barg keine kulinarischen kostbarkeiten und im grunde auch keine allzugrossen unterschiede zu den vorg├Ąngern derselben auf unserer reise.
egal - wir waren ja nicht im auftrag des guide michelin unterwegs und sterne vergaben wir bestenfalls f├╝r ausserordentlich sch├Âne strecken.
und auch diese heutige sollte einige davon bekommen.
der erste schreck erfolgte am morgen beim aufsatteln meines lieschen's. rauhreif am sattel und naheliegenderweise temperaturen um den gefrierpunkt. start auf der panoramastrasse eins mit geplanter abzweigung auf eine schotterstrecke. auch hier machte uns der schnee einen strich durch die rechnung und nachdem dann auch keine motorradspuren mehr zu sehen und noch ca 200 h├Âhenmeter zu erwarten waren, die mopeds umgedreht und nach einem umweg gesucht. auch der "umweg" war nat├╝rlich eine super sch├Ân zu fahrende strecke. ebenfalls zuerst um den durmitor nationalpark herum, dann richtung tara schlucht und n├Ârdlich an der bosnischen grenze entlang is zum schlussendlichen grenz├╝bergang nach bosnien.. christian unterlief vorher aber ein kleiner fehler in einem 50iger bereich mit ├╝berholverbot. er ├╝bersah die schnauze eines weissen autos, welches um ein hauseck lugte und ├╝berholte einen klein-lkw und wurde von den hervorspringenden sheriffs zum nothalt veranlasst. ich meinerseits war etwas vorsichtiger und verzichtete auf den ├╝berholvorgang. christian seinerseits konnte sich mit der polizei nicht auf die zahlungsmodalit├Ąten einigen, worauf diese den (vermutlich reuiigen) s├╝nder ungestraft entkommen liessen. weiter ging es in bosnien durch den nationapark sutjeska und durch bileca und trebinje wieder zur├╝ck nach kroatien. in trebinje (kein ort in dem ich leben m├Âchte, wiewohl aus gebirgsansicht durchaus nett anzusehen (sieht man einmal vom tagbergbau und dem naheliegenden atomkraftwerk ab) eine golf zwei betankung gesehen, bei der mirx fast von seinem moped gefallen w├Ąre. an einem, an einer belebten kreuzung stehenden golf, machte sich ein unterk├Ârperentbl├Âsster (bzw mit den hosen in den kniekehlen), sichtlich mehr als einpromilliger daran, den tank mittels kleinem kanister aufzuf├╝llen. es schien sich aber niemand an diesem anblick zu stossen, weshalb ich dann doch froh war, den ort hinter uns lassen zu k├Ânnen. mirx hatte seine transe am vortag ├╝ber ein langes schnurgerades strassenteil bis an die grenzen der m├Âglichen geschwindigkeit ausgelotet. meine vermutung ist, dass sich das moped das so einfach nicht gefallen liess und danach die mitarbeit in teilen verweigerte. soll heissen aus dem zweizylinder wurde ab und an ein einzylinder, was mirx vorw├Ąrtsdrang besonders beim ├╝berholen etwas im wege stand. das metaljka ortsschild (trotz nicht korrekter orthographischer ├╝bereinstimmung) fotografiert und die fahrt nach bosnien fortgesetzt. etwas mehr gestein auf der strasse schraubte unseren durchschnitt nach unten, was aber an sich niemanden st├Ârte. wieder zur├╝ck nach kroatien, wobei wie schon erw├Ąhnt, der grenz├╝bergang sich immer rasch und m├╝helos gestaltete. an ragusa einmal mehr vorbei bis schlussendlich zum zweiten mal in zaton gelandet. durch nachdr├╝ckliche preisverhandlungen an diesem tag dort eingecheckt. zwar weder den whirlpool noch den standard pool genutzt, daf├╝r ein esslokal am meer gefunden und ganz ok gegessen (wenngleich etwas fett...). dann zu bett und den bem├╝hungen von mirx gelauscht, der wieder einmal dabei war eine mittlere waldfl├Ąche vom baumbewuchs zu befreien.

 

tag6: (289 km zaton - okrug)

fr├╝hst├╝ck - the same procedure like every year, m├Âchte man fast sagen. also nichts neues unter der sonne. danach aufbruch und n├Ąher zur heimat. weil wir schon an den vortagen kilometer gutgemacht hatten, war die etappe kurz. deshalb hatte christian eine ausweichroute erstellt, die auf den ersten kilometern keine w├╝nsche offen liess und grandiose ausssichten bot. bei einem am weg befindlichen hmmmm "altwarenh├Ąndler/rasenm├Ąherreparaturcenter" (sehr euphemistisch) tauschte mirx den unterdruckschlauch seiner transe. leider brachte auch das nicht den gew├╝nschten erfolg. das problem wurde zu diesem zeitpunkt schon in der elektronik (cdi) vermutet, was sich dann am letzten fahrtag (durch tausch der beiden cdi und damit verbundenem ausfall des drehzahlmessers) bewahrheitete. trotzdem hielten sich sowohl ross wie reiter tapfer in der formation und mirxens transe liess nur ab und an durch laute knalle aufgrund killschalter aus/ein von sich h├Âren. ein kurzabstecher nach mostar wurde von mir zum erwerb zweier schneekugeln (je kitschiger, je besser) und eines schnellen bildes der br├╝cke gen├╝tzt. nach dem kurzen etmal wurde in trogir eine strandnahe pension gefunden, was ich weidlich nutzte und meinen astralk├Ârper am strand zur schau bot und auch g├Ąnge in das einigermassen k├╝hle nass nicht scheute. das abendessen bot mit cevapcici auch keinerlei ├╝berraschungen und der bierkonsum hielt sich ebenfalls in grenzen. danach auf in das bett und einer weiteren episode von "rodung der regenw├Ąlder" gelauscht.

 

tag7: (441 km okrug - novo mesto)

fr├╝hst├╝ck um 8 - fr├╝her l├Ąsst sich das anscheinend nicht machen. egal, es standen auch nur knapp 450km auf der heutigen to-do-liste. samstag auf der magistrale: kein unbedingt guter tag dort moped zu fahren. geschwindigkeitsbeschr├Ąnkungen sind real nicht existent und manche locals scheinen ihre sterblichkeit etwas anders einzusch├Ątzen als unsere penisonistentruppe. trotzdem in fast jedem ort radar neuer und neuester bauart und/oder auch alte starenk├Ąsten. daf├╝r praktisch keine uniformierten auf den strassen zu sehen. wir folgten den schildern f├╝r motorradfahrer (tafel mit: herausfordernde strecke) nur in teilen. zum einen, weil mirx tempo sowieso keine rennen zuliess, zum anderen, weil unsere gesundheit uns wichtiger erschien. dieser teil der strecke sollte wohl besser unter der woche und eher sp├Ąter im jahr unter die r├Ąder genommen werden. es war ein angenehmes fahren bei noch nicht ganz so dichtem verkehr und sch├Âner aussicht bis wir in senj von der magistrale abzweigten und uns in das hinterland begaben. grenz├╝bergang nach slowenien und schon nahte, viel zu rasch, das baldige ende unserer reise. in novo mesto, nach wiederholter fahrt ├╝ber den vahta, etwas l├Ąngere quartierbeschaffung, da christian sich nicht mit f├╝nf doppelzimmern und einem bad (gesamt) anfreunden wollte. aber auch hier gelang es uns eine n├Ąchtigungsm├Âglichkeit und eine in der n├Ąhe befindliche pizzeria zu finden, womit der teil des abendessens guten gewissens entfallen kann (wir sind nun einmal gewohnheitstiere). nat├╝rlich ├Ąnderte sich auch an der art der holzbeschaffung von mirx diesen abend nichts, wobei ich in b├Ąlde aber ein absinken der holzpreise erwarte...

 

tag8: (315 km novo mesto - liezen)

wie immer: 8uhr+ fr├╝hst├╝ck und ein letztes mal beladen unserer mopeds. in grossteilen die strecke des ersten tages umgekehrt gefahren und auch diesmal an der brauerei vorbei (seltsam, es scheint sich nicht nur um einen boykott meines kaffee und kuchens zu handeln, sondern auch allf├Ąlliger alkoholika und brauereibesichtigungen). mirxens transe verlor fast einen 3/4 liter ├Âl. immerhin nur aus dem gep├Ącknetz und nicht aus dem motor. in lavam├╝nd wiederum die ankunft in der sch├Ânen heimat gefeiert (wobei die motorraddichte am sonntag als durchaus erheblich zu bezeichnen war). ├╝ber die altbekannte strecke wieder unser liezen erreicht und ein letztes stiefelbier im club genossen. damit war unsere sch├Âne ausfahrt beendet. die beteiligten sind sich durchaus einig, dass in zukunft auch auf anderen strecken zu wiederholen.

 


fazit:

gesamt: 3276 km, fast 45000 hm

Reisende:


hermann - maximo leader und sklaventreiber
christian - notplanungsbeauftragter und umwegsverkehrsleiter
mirx - s├Ągemeister und stottertransebesitzer (aufgrund der ausgedehnten rodungen mitschuldiger am klimawandel!)
ich selbst - unbedarfter (noch arbeitender) mitreiter

dobre dan und hvala gen├╝gt zur kommunikation - ansonsten hat man noch 2 haende und fuesse
kuk bringe man bei solchen touren selbst mit (das gebrannte kind scheut das feuer - und das habe ich nat├╝rlich schon im vorfeld erledigt)
nur weil es richtung s├╝den geht, muss es nicht n├Âtigerweise warm/heiss sein (ich verweise z.b. auf die amundsen s├╝dpol expedition)
f├Ąhrst du als geisterfahrer auf der autobahn, brauchst du keine maut zu zahlen
es heisst nicht stiefelbier, weil man aus einem stiefel trinkt, sondern seinige nach der fahrt beim konsum desselbigen noch an den f├╝ssen hat
montenegro ist landschaftlich sch├Ân und der durmitor ist dabei das sahneh├Ąubchen
die reiseplanung ├╝berlasse man anderen, nur so kann man selbige kritisieren;-)
man braucht regengott mirx als mitreisenden, wenn man sch├Ânes wetter haben will
mai ist vorsaison und nicht alle strassen von schnee und eis befreit, noch die gastronomie in komplettem umfang vorhanden

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