transsylvanientour 2018

 

Es gibt kein sichereres Mittel festzustellen, ob man einen
Menschen mag oder nicht, als mit ihm auf Reisen zu gehen.

(Mark Twain (1835 – 1910))

 

dem kann ich zu hundert prozent beipflichten und muss sagen, dass es mir mit meinen beiden freunden ausgesprochen viel spass gemacht hat. es gab den ganzen tag über immer viel zu lachen und die bonmots waren geradezu inflationär und ich würde mich über eine weitere fahrt freuen – wohin auch immer sie führen mag… aber nun zum

 

reisebericht:

 

weil der erreichbare westen (alpen) schon abgeg(r)ast ist (siehe vorjahrestour) hat sich unser cicerone christian wieder etwas neues einfallen lassen. meine vermutung ist und war natürlich dahingehend, dass er noch weisse flecken auf seiner cachingliste zu füllen hat und uns deshalb gen osten in bewegung setzen wollte. das ist im anscheinlich auch ganz gut gelungen, wenngleich er mit dem wettergott noch einiges abzumachen hat, da ja auch die alpentour unter schnee und eis zu leiden hatte. ganz so extrem war es diesmal zwar nicht, aber in summe war ich froh, das heizkabel durch die kundigen hände von stefan auch beim lieschen verlegt haben zu lassen um die kuschelhandschuhe verwenden zu können. kurzer rede kurzer sinn: als ziel wurde rumänien erkoren mit kleinen schlenkern nach serbien und die westukraine und und und....

 

 da die beiden dalton's ja ĂĽber einiges mehr an motorleistung verfĂĽgen und zeit sparen wollten, haben sie beschlossen, die autobahn als unterlage fĂĽr ihre m&s reifen zu verwenden. wie schon angeblich moltke sagte: „getrennt marschieren, vereint schlagen“ wurden fĂĽr tag 1 getrennte anmarschwege genommen.

 

 

tag 0: donnerstag: kalt aber schön. zeitig frühmorgens auf den weg gemacht um anett in ungarn (szekszárd ['s?ksa?rd] deutsch sechshard oder sechsard) zu besuchen. dankenswerterweise habe ich eine einladung von ihr bekommen, sie zuhause zu besuchen und nebst ihrer mutter auch ihre menagerie kennenzulernen. so liegen für den ersten tag 560km an, die es zurückzulegen gilt. und natürlich gibt es so etwas wie eine diritissima nicht, weshalb der weg über triebener tauern, gaberl, weinebene und den radlpass nach slowenien führt. entlang der drau ging es weiter zu einem unscheinbaren (und unbewachten) grenzübergang nach kroatien. im einklang mit der gräfin mariza bzw annett wird das lieschen nach varazdin gelenkt und fast mit den operettenklängen im ohr weitergefahren.(komm mit nach varasdin.... dort ist das tanken schön) mit den letzten reserven eine tankstelle gefunden])

 

die strecke durch ungarn ist bis kaposvar mehr oder weniger ereignislos. d.h. es geht 10km geradeaus, auf denen man seine emails abfragen, whatsapp bedienen, facebook durchsehen und schnappschüsse für instagramm anfertigen kann. dann folgt eine meist auf 50km/h beschränkte leichte links- oder rechtskurve und danach wieder die obligate gerade. nach der reifenmitteverschleissstrecke folgte endlich eine lustige hügelauf und ab fahrt mit ECHTEN kurven, die eigentlich erst in szekszárd endete. anette's haus gefunden und lieschen abgestellt. mit anett eine csarda besucht und fürstlich bewirtet worden (entschuldigung mama wegen der ungenossenen kochkünste). die gundel palatschinken aus dem lokal mussten süssigkeiten betreffend die restliche reise reichen.

 

 

 tag 1: freitag: wetter regen.... verabschiedung von anett und aufbruch ins ungewisse (lol). wegen des prasselnden regens die route kurzfristig geändert und den plattensee als zwischenziel verworfen. deshalb auch bereits bei der abfahrt in die regendress geschlĂĽpft. endziel fĂĽr diesen tag war arad und das bereits im vorfeld gebuchte hotel lotus. der himmel hatte ein einsehen (bzw regengott mirx war weit weg) und schloss die schleusen schon relativ bald nach der abreise, weshalb ich bereits einiges vor der rumänischen grenze auf die regenkombi verzichten konnte.

 

aufgrund der zu erwartenden gaumenfreuden (das wird sich im weiteren noch entwickeln) gab es unterwegs wenig kuk (nur tankeverpflegung) und sonstiges. rumänien nahm mich sehr freundlich mit sonnenschein auf und die strassen wichen praktisch nicht vom gewohnten suboptimalen steirischen standard ab.

 

das hotel liess sich relativ einfach und unkompliziert (nur eine kurze fahrt gegen die einbahn) finden und auch das einchecken verlief ereignislos. da bereits eine knappe stunde nach meiner ankunft auch das dynamische duo das hotel erreichte, konnnten wir zur kurzen stadtbesichtigung und nahrungsaufnahme schreiten.

 

nach einer kirchenbesichtigung wurde mittels i.net ein wohlfeiles italienisches lokal herausgesucht und gefunden. die pizzen waren zu wählen zwischen gross und riesig. interessantes detail: wir bekamen bei drei pizzen eine geschenkt und hätten bei vier stück anscheinend sogar zwei davon gratis bekommen, worauf wir aber verzichteten. da das lokal kein richtiges bier (mit promilleinklusion) ausschenkte, mussten wir uns auf die suche nach einer tränke machen. diese wurde in gestalt des lokals marmara (mit entsprechender musikbeschallung) auch gefunden. hier erwies es sich bereits, dass wir für das rauhe klima nicht gerüstet waren und meist das lokalinnere auf dieser reise bevorzugten (temp unter 10 grad morgens war normal).

 

 

 tag2: samstag: nach einem erschöpflichen frĂĽhstĂĽck wurden die rösslein gesattelt und der weg zum eisernen tor in angriff genommen. wobei sich lieschen bereits am beginn als zicke herausstellte und sich unbedingt auf die seite legen musste (bei der vorjährigen alpentour passierte das erst später). die kamerastromversorgung ĂĽber usb fiel leider beim starten mangels spannung aus und so musste die cam im mopedleerlauf noch einmal eingeschaltet werden (bessere lösung bereits vorhanden), hat aber soweit in den folgenden tagen gut funktioniert. nach kurzer trennung im arad strassengewirr erfolgte der anmarsch zum eisernen tor.

 

bei der vortagsabendbesprechung wurde von der benutzung der fähre ( http://www.robvanede.nl/Blog/?p=543 ) abstand genommen, da durch die 3-stündigen intervalle keine passende abfahrtszeit möglich war. also war ein kleiner lustiger 120km umweg durch serbien mit einem lampentausch bei hermann's bmw erforderlich. der grenzübertritt gestaltete sich formlos und dank eines sehr netten grenzbeamten, der unsere und eine nachfolgende gruppe von mopedfahrern nach vor winkte, auch relativ rasch.

 

und die entscheidung, die serbische seite der donau zu befahren stellte sich als absolut richtig heraus. landschaftlich unheimlich beeindruckend und fahrtechnisch erfreulich war das ein sehr gelungener tag. das eiserne tor war sicherlich ein hochlicht der reise. ein nicht gefundener cache in serbien ergänzte mehr oder weniger den exzellenten tag.

 

nach dieser schönen donaupassage und der wiedereinreise nach rumänien wurde eine herberge in motru für die nacht gesucht und in form des hotels "intim" auch gefunden. die biere im gastgarten waren bis zum abend auch absolut top. die hereinbrechende kälte trieb uns aber in das lokalinnere und zum abendessen, welches nicht wirklich eine gaumenfreude darstellte. bisher war es mir immer noch gelungen das fleisch am teller schneiden zu können (vom beissen einmal abgesehen), was sich hier aber als unüberwindliches hindernis herausstellte. im grossen und ganzen kann ich sagen, dass die intime küche womöglich in der nächsten zeit nicht im guide michelin zu finden sein wird.

 

 

tag3: sonntag: transalpina. das frühstück gab es erst nach einer aufwendigen übersetzungsarbeit (wiewohl omelett, brot, butter, marmelade nicht wirklich eine herausforderung für die küche darstellen sollten). ich durfte für diesen tag die führung übernehmen und hatte eine eher unangenehme begegnung mit den obligaten strassenhunden (die wir aber immer nur in zweierpaaren und nicht in grösseren gruppen angetroffen haben) und von denen einer mit meinem rechten seitenkoffer bekanntschaft machte.

 

vorweg: 30km/h ist für diese strasse zwar vorgeschrieben und war vor 10 jahren (= siehe gonzo schotter teil) auch wahrscheinlich in ordnung, ist aber heute sichtlich zu niedrig angetragen. landschaft, wetter und asphalt erfreuten uns von ihrer schönsten seite und ich muss sagen, dass die transalpina eine absolute empfehlung von mir ausgesprochen bekommt. lieschen war so voller freude, sodass sie nach der ersten anhöhe und dem kurzen schotterabstecher bei der weiter- und abfahrt durchgegangen ist. was mich aber auch nicht wundert, da die strecke in (für steirische verhältisse) absolutem topzustand ist und auch zu etwas schnellerem fahren verführt.

 

die herbergssuche erfolgte in sibiu oder vormals hermannstadt. mit hermann und hans-hermann in der pension hermannstadt in hermannstadt weil das zuvor aufgesuchte hotel am hauptplatz ĂĽber keine geeignete garage verfĂĽgte.

 

sibiu ist mit sicherheit eine der herausgeputztesten städte in rumänien. es wird einem schon schwerfallen etwas ähnliches bei uns zu finden. einer kleinen stadtbesichtigung (mit kirchturmbesteigung) folgte ein gelungenes abendessen im freien. leider war auch hier nach abgang der sonne die temperatur als eher frisch zu bezeichnen und erforderte einen lokalwechsel. das passende etablissment wurde in form eines scottish pub gefunden und bier in ausreichender menge sorgte für allgemeines wohlbefinden (wobei möglicherweise ein besuch in kalksburg nach der tour fällig werden könnte).

 

 

tag4: montag: das übliche frühstücksproblem... zwar gab es drei verschiedene optionen zur auswahl, aber die menge war nicht in ordnung. nach einer minitasse kaffee wurde der nächste bereits in rechnung gestellt und auch ein stück brot mit etwas butter und marmelade zählte nicht zu den echten gaumenfreuden.

 

egal, deshalb waren wir ja auch nicht nach rumänien gereist. für uns stand heute die transfagarasan auf der zutun-liste wobei wir wussten, dass sie unter umständen auch noch gesperrt sein könnte. also frisch auf zur tat. wie erwartet wurden die geschlossen schilder entdeckt was uns (und auch alle anderen) nicht abhielt, sie zu befahren. hier gab es kein 30km/h tempolimit. dafür noch einige (zum teil erheblich grosse) steine auf der fahrbahn, was uns aber auch nicht bremsen konnte. einziges wort zur strecke: genial!!! verständlich, dass sie als eine der traumstrassen der welt bezeichnet wird. in kühnen kurven und kehren schraubt sie sich den berg hinauf und bietet einen grandiosen ausblick. den absolut besten davon durften/mussten wir unter anweisung unseres reiseleiters zu fuss erreichen, da eine befahrung nicht möglich war.

 

nach diesem höchst erfreulichen pass ging es nach bran, das sich aber als absolut unnötig herausstellte (ausser der gekauften kitsch-schneekugel, aber das musste sein). vergleichbar mit dem trubel in ceske krumlov (wiewohl ich mich dort aber ganz gerne aufhalte).

 

danach aufbruch zu einer lustigen kurvenfahrerei entlang eines stausees. ich schätze, das waren ca 40km kurven ohne ein gerades stück. und das alles mit brauchbarem asphalt und schöner trassierung. leider ging auch dieses strecke zu ende. die weiterfahrt verlief ereignislos und es erfolgte die quartiersuche in sighisoara - vormals schäßburg.

 

auch hier war ein rasches unterkommen möglich. in diesem fall aber mit selbstverpflegung frühmorgens. einer besichtigung der sehr schönen innenstadt und historisch korrekten zuordnung von vlad tepes (geburtsort) folgte das abendessen wie immer im freien, das sich aber auch an diesem tag nach der nahrungsaufnahme hinein verlagerte. da für die nächsten tage nur regen zu erwarten war, mussten wir (oder in dem fall der reiseleiter) unsere pläne umwerfen. wir beschlossen einen fahrtag in der umliegenden gegend zu verbringen und wenn möglich auch ein paar km schotter mitzunehmen.

 

 

 tag5: dienstag: frĂĽhstĂĽck im selbstverpflegermodus: keine verbesserung zu den letzten tagen feststellbar. die von christian ausgesuchte strecke erwies sich als extrem schönes kurvengeschlängel, nur der von ihm angeregte schotter liess sich nicht finden. dafĂĽr trafen wir auf blitzblanken neuen asphalt, was uns aber ebenfalls nicht unglĂĽcklich machte. aufgrund einer polizeilichen kontrolle bei einer ortsausfahrt mussten wir anhalten und sollten einen obulus entrichten. nach bezahlung einer doch beträchtlichen strafe und dem nichterhalt einer quittung bekamen wir das geld zurĂĽck und konnten unbeschadet/ungerupft die reise fortsetzen ("my measure was wrong" wird noch einige zeit fĂĽr heiterkeit sorgen). wir ĂĽberschritten wieder die grenze ins benachbarte ungarn und nach regendress an und aus erreichten wir szolnok. eine stadt, von der zumindest ich bisher noch nichts gehört hatte, die sich aber als sehr nett entpuppte und kulinarisch einiges mehr zu bieten hatte als die vorangegangenen tage (und, das gehört auch hier erwähnt, einen mil-kampfhubschrauber ĂĽber einem kreisverkehr montiert hat). das bier mundete auch hier sehr gut, aber aus rĂĽcksicht auf den folgetag in grenzen.

 

 

tag6: mittwoch: heimreise. da ich aus den vorausgegangenen tagen gelernt hatte, habe ich kein frühstück bestellt. das stimmt natürlich so nicht. korrekt ist: weil ich in seniler bettflucht bereits um 05.15 das warme bettchen verlassen hatte und mich um 05.45 auf den heimweg machte, habe ich diese mahlzeit ausgelassen. in anbetracht der wegstrecke und der autobahnvermeidung war diese massnahme notwendig. als die daltons noch friedlich in morpheus armen schlummerten hatte ich schon fast budapest erreicht und durchfahren. aufgrund mehrerer streckensperren in heimatlichen gefilden wurde ich zu weiträumigeren ausweichmanövern gezwungen was sich zu einer gesamtstrecke von 640km am letzten tag addierte. gruppe 2 erreichte den heimatlichen hafen nur um weniges später.

 

 

 

fazit: rumänien ist eine bzw mehrere reisen wert. siebenbürgen ist sehr schön und viele orte vergeben sich zu unserem "standard..." nichts. natürlich darf man nicht überall eitel wonne erwarten, aber prinzipiell waren wir immer mit dem gebotenen durchaus zufrieden (ausser vielleicht mit den schuhsohlen im "intim"). strassenhunde gibt es, aber bis auf diese eine begegnung stellten sie absolut kein problem dar. lkw haben in rumänien 2 gänge mehr und fahren diese auch im ortsgebiet aus. eine woche ist leider viel zu wenig und jede der gefahrenen strecken schreit danach noch einmal in angriff genommen zu werden. vielleicht dann auch mit dem einen oder anderen fotohalt und/oder wehrkirchenbesichtigung etc.

 

 

spritverbrauch: masshaltig

alkoholkonsum: ausreichend

kuk: nicht vorhanden (böser reiseleiter)

essen: ausreichend, wenngleich nicht immer konsumierbar

regen: zuviel, um alle geplanten strecken zu fahren

gefahrene kilometer: es sind nie genug, aber in meinem fall 3240

reiseleiter: wie immer: christian, du bist eine wucht! eine sensationelle und genaue planung verschaffte uns nicht nur kurvenfreude der allerersten güte sondern auch eine wunderschöne alternativplanung bei der angeblich 2/3 der gruppe den schotteranteil verweigerte;-)

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