pfingstausfahrt

pfingsten - die entsendung des heiligen geistes - das hat in unserem fall funktioniert und herwig war richtig erleuchtet vom feuer. leider war es eine innere erleuchtung, wo ich doch gegen schnee und eis eher etwas äusserliches benötigt hätte. aber zurück zum anfang: leider erschien es wettertechnisch nicht möglich, die geplanten ausfahrten nach tschechien oder kroation/slowenien ohne überschwemmung durchzuführen. aber unser maximo leader, ähem: roadcaptain vorschlagte, nicht am samstag, sondern sonntag den weg gen-italien zu nehmen, da er zu diesem zeitpunkt über einen besonders guten draht nach oben verfügen würde. von meiner seite gab es dazu eine gehörige portion skepsis, da es zumindest für mich den anschein hatte, dass es sich um einen bootsausflug (im übrigen auch bei herwig buchbar) handeln würde. trotzdem holte ich zum ersten mal bei einer clubausfahrt elise aus dem heimatlichen stall und zäumte sie auch wunschgemäss auf. i n einer regenpause (sic!) brachte ich sie von der beheizten unterkunft zum abstellplatz in liezen.

sonntag morgen: der blick aus dem fenster um 07.00 verhiess nichts gutes (wobei es doch heisst: alles gute kommt von oben). doch gegen neun hatte es etwas aufgeklart und elise und ich verliessen den heimatlichen stall um etwaige andere unternehmungswillige zu treffen. bei meiner ankunft an der tanke parkte bereits das gonzomobil und robert's bmw vor dem eingang. das war es dann auch schon mit den mitstreitern. einige vertrauten nicht den wetterprognosen, andere hatten den dienstag nicht frei und wieder andere vermissten die grundlegenden ausfahrtinformationen aufgrund mangelnder selbstinformation.

punkt 10:00 startete unser grüppchen richtung radstadt, wobei schon bald ein halt zur erprobung der regenmontur eingeleitet wurde. hier ist ein eklatanter ausrüstungsmangel meinerseits festgestellt worden. obwohl zwar fünf paar handschuhe dabei - von seide über sommer zu gummi-kondomartigen – fand sich leider fast nichts der witterung angepasstes…bei der auffahrt nach obertauern blieb bei alllfälligen wischbewegungen am visier jedes mal ein kleines schneehäufchen am finger zurück, was zeigte, dass der sommereinbruch wohl noch etwas auf sich warten lässt. dank eines stopps konnte ich mich der untauglichen gummi und anderer handschuhe entledigen und für die verbliebene zeit auf die dicksten winterhandschuhe (auch die sind nicht genug )umsteigen.wie vom grossen propheten gonzo vorhergesagt, begann auf der katschberghöhe der versprochene sonnenschein, der auch für den rest der tour nicht weichen sollte. in lendorf wurde die regenkleidung verstaut und das mittagessen eingenommen. zügige fahrweise brachte uns flugs via sillian nach cortina d'ampezzo und über den falzareggo pass, vorbei am schicksalsträchtigen col di lana weiter nach arabba. aufgrund der noch nicht fortgeschrittenen stunde wurde beschlossen, noch eine kleine sella runde anzuhängen - gesagt, getan...

weil sich bei diesem wetter die ausfahrmutigen in grenzen hielten, konnte die sportgruppe gonzo in schneidigem tempo die runde bis canazei abfahren. die herbergssuche gestaltete sich als nicht allzu aufwendig und die aussage des herbergswirtes (nur kleines frühstück dämpfte die kulinarischen erwartungen )beim abendessen mit pizza und vino rosso wurde das etmal noch gut besprochen und die vorgehensweise für den folgenden tag grob umrissen.

das "kleine frühstück" erwies sich als überaus gut bestückt und liess meine tagesgesamtkalorien dahinschmelzen, wie schnee am auspuff von gonzo's kathi.des morgens verhies allein die temperaturanzeige vor meinem fenster nichts gutes. anscheinend war sie defekt, da die "2" als erste zahl nicht sichtbar war. mit schaudern wurde die warme stube verlassen und die hufe der rösslein weiter nach süden gelenkt. über das fassatal und den karersee (sehr empfehlenswerter abstecher) mit sensationellem ausblick zum rosengarten ging es weiter nach rovereto und zur langatmigen und wenig unterhaltsamen zockelei nach turbel/torbelo an der nordostseite des gardasees. die eismänner waren auch hier zugange und der wind war eher als schneidig denn als laues mailüftchen zu bezeichnen. der allseits guten stimmung tat dies aber keinen abbruch, wenngleich meine erwartung an ein tiramusu bereits zum wiederholten male kein gehör fand. da wir bereits so frühzeitig eintrafen (siehe fahrweise), wurde beschlossen sich nicht am see, sondern am weg nach hause das nächste quartier zu suchen. in meinem fall, reiseführer sei dank, war das gut, sonst wäre sich der nachtdienst wohl erst mit einiger verspätung ausgegangen. der reiseleiter wählte mit bedacht eine andere strecke als zur herfahrt und dieser abschnitt wurde, nur durch abgabe von rauchzeichen unterbrochen, vorsichtig richtung norden fortgesetzt und bei fast-erreichen der dolomiten und des schlechten wetters durch herbergssuche und einkehr beendet.

antico albergo - und dem namen wurde es auch gerecht. vom wirt/besitzer/koch/etc mit hinweis auf "es gibt kleine frühstück" bedacht, versuchten wir in dem örtchen etwas nahrhaftes zu ergattern.die pizzeria am kirchplatz war geschlossen und eine bar mit BIERtrinkenden italienern erschien nicht als gute lösung. so machten wir uns auf den weg zur antikherberge und den dortigen kochkünsten. robert verweigerte die spaghetti aufgrund deren konsums am gardasee und bekam dafür ein nicht ausgewachsenes fischchen. gonzo und ich blieben bei den dortigen teigwaren, nach dem motto: nährt euch von den früchten des landes... der vino rosso war nicht schlecht und die nacht war kurzweilig. das kleine frühstück erwies sich als eigentlich keine frühstück (möglichweise haben wir da etwas falsch verstanden – siehe bild).

um 09:00 aufbruch richtung heimat bei sonnenschein und halbwegs vernünftigen temperaturen. mein reifenprofil, das bereits bei der abfahrt nicht das beste war, wurde dank der nun erfolgenden kurvenjagd mittig nicht weiter belastet. gonzo's kathi ging mit ihm durch und er verschwand mehr oder weniger in einer staubwolke in richtung horizont. hier gibt es noch einigen lern/nachholbedarf für mich! nur eine einzige kaffeepause (wieder ohne tiramisu) und den einen oder anderen tankstopp gab es zu vermerken, da leider das damoklesschwert des nachtdienstes über mir schwebte. in bewährt souveräner weise brachte der roadcaptain uns beide bei schönwetter!!! über plöckenpass (wir liessen den zoncolan rechts liegen, da keiner der mitreisenden im besitz einer goldwing war und es somit nicht wirklich spass gemacht hätte), katschberg und obertauern nach hause. eine schöne, kurvige reise ging damit zu ende.

fazit: wenn einer eine reise tut, dann kann er was erzählen – und besser wäre noch der sprache des landes mächtig zu sein. dann könnte man erfragen, wie sich die übernachtung zusammensetzt und was ein „kleine frühstück“ eigentlich ist, da es hierbei anscheinend regionale unterschiede zu beachten gilt. ein mögliches geburtstagsgeschenk in form beheizbarer handschuhe sehe ich bereits am horizont auftauchen...

teilnehmer: drei, kurven: zwei, reiseleiter: eins - eine tolle mischung und ich bin froh, daran teilgenommen zu haben und nicht nur die bilder der reise betrachten zu mĂĽssen. herwig als roadcaptain hat wie immer seine aufgabe ĂĽbererfĂĽllt und es ist sehr einfach, in seinem kielwasser zu folgen und quer durch die alpen gezogen zu werden. dank des schlechten wetters blieben fast alle motorradfahrer/pfingstausfahrer zuhause, dank gonzo wir nicht;-)

1.tag 384 km

2. tag 281 km

3. tag 435 km

gesamt: 1.100 km

DANKE dafĂĽr!!!

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