reise gen italien oder bibione und wer sein moped liebt, der schiebt (18.06-22.06.)

 

matthias claudius:

„wenn jemand eine reise thut,

so kann er was verzÀhlen;

drum nahm ich meinen stock und hut

und thĂ€t das reisen wĂ€hlen.“

 

der juni nahte und mit ihm die frage, wohin am gardasee der clubausflug erfolgen wĂŒrde. da plötzlich entschloss ich mich (wurde ich umentschlossen) mit meiner moni ein paar geruhsame tage an der oberen adria zu verbringen. da natĂŒrlich das motorrad nicht dabei fehlen durfte, wurden getrennte anmarschwege an das ziel ausgearbeitet. moni mit hexi (4-rĂ€drig, aus obligaten grĂŒnden mit entsprechend viel ladeflĂ€che) per autostrada und ich mit jaqueline, zick-zick kurs und schotterpiste. unter dem motto: „getrennt marschieren, vereint schlagen“ - wobei das bei preussen’s und königgrĂ€tz leider besser funktioniert hat. das einmal vorweg. pĂŒnktlich um Ÿ 4 kam der weckdienst in form von caruso & puccini.somit stand einem langen tag im sattel nichts mehr im wege, ausser einem anruf der kollegenschaft, ich möge meinen allerwertesten in den dienst verfrachten (gegen gutes geld), dem ich aber (leider?) nicht folge leistete.

ich war deshalb bereits um 05:30 schon richtung triebener tauern und zeltweg unterwegs. dort auf den weg zum gaberl gemacht, aber aus gonzo-grĂŒnden (schotter, schotter, schotter) weit vor erreichen der passhöhe rechts abgebogen auf den hirschegger sattel zum salzstiegl mit der ersten schotterpassage. weiter richtung sĂŒdwest (zwar im zickzack, aber immerhin) und das klippitzthörl passiert. da meiner jaqueline schon einige zeit vorher der sprit knapp wurde (mangelhafte wartung), konnte/durfte ich ihr hier nicht die sporen geben. kurzer tankstopp im lavanttal (st.paul) und weiter richtung pack hoch oben am stausee vorbei. eine durch ein fahrverbot fĂŒr mehrspurige kfz abgesperrte strasse ausnutzend (wenig gegenverkehr) von eberstein nach völkermarkt und einer unvermutet dort angetroffenen baustelle (seltsam) ging es den pass wieder auf edelsteinen in die höhe.

nach einer kurzen jausenpause wollte ich jaqueline wieder in betrieb nehmen, aber leider verweigerte sie die zusammenarbeit. das hiess jetzt soviel als 100 meter zurĂŒckschieben und wieder den berg runter, wobei sie auch die gasbetĂ€tigung mit leistungsverweigerung quittierte. nach einigen versuchen und 2-3 km bergab war sie aber dazu zu ĂŒberreden [streicheln, hĂ€tscheln etc. – standardvorgehensweise – auch fĂŒr (ehe)frauen geeignet] ihre leistung zur verfĂŒgung zu stellen und ich konnte wieder wenden und die schotterpiste ein zweites mal in angriff nehmen, wobei ich auf die inbetriebnahme des lichtes aus (wie ich meinte) ladetechnischen grĂŒnden verzichtete. ĂŒber den völkermarkter stausee, den luscha sattel und den kĂ€rtner seeberg. also bereits in slowenien angekommen zuerst einmal durch das navi und eigenes unvermögen eine rundreise gewonnen (wieder einmal etwas schotter). um den weg nun papiertechnisch genauer zu erkunden, stellte ich mein linchen leider an einer kreuzung ab (910/403) – was sich natĂŒrlich als fehler erweisen sollte, da ein startversuch meinerseits nur mit mattem klicken erwidert wurde. praktisch schon gewohnheitsmĂ€ssig schob ich meine brave bmw die piste bergan, was mir gewichtstechnisch ja nicht wirklich schaden konnte/kann. anrollen und starten klappte sofort und der weitere weg wurde mit etwas mehr bedacht in angriff genommen. ĂŒber lustig zu fahrende strĂ€sschen mit lkw fahrverbot (7,5t) zockelte ich richtung westen. leider nahm mir ein sattelzug mit anhĂ€nger (7,5t?)etwas von meinem schwung und brachte mich in einer kurve zum stillstand. trotz gezogener kupplung kam es zum gefĂŒrchteten aus. wer sein moped liebt, der schiebt........einige zeit......

zwei italiener auf tuttelbÀren versuchten zwar, mir mit anschieben den nötigen schwung zu verleihen, das klappte aber nicht, da ich irgendwann sinnigerweise den not-aus ungewollt betÀtigt haben musste. zu diesem ergebnis kam ich spÀter, als ich in einer ausweiche die batterie ausbaute und sicherungen, steckkontakte und den schalter des seitenstÀnders untersuchte. wobei sich am gesamtergebnis = klick, klick- nichts Ànderte, ausser dass mich statt eines sonnen- ein auspuffbrand erwischte. nach weiteren rangiertÀtigkeiten entlang der strasse erreichte ich das erste haus seit langem und ein dort geparktes auto legte mir nahe, dass es hier hilfe geben könnte. richtiges herzklopfen stellte sich aber erst ein, als ich eines dort hinter dem haus geparkten motorrades ansichtig wurde. dass der besitzer selbigens auch noch starterkabel sein eigen nannte, war als lotto-haupttreffer anzusehen und meiner jaqueline wurde wieder leben eingehaucht. gewitzt durch die absterbeeskapaden war ich aber jetzt wenigstens schlau genug, bei kritischen situationen und haltemanövern rechtzeitig den choke zu betÀtigen und linchen weiter richtung italien zu lenken.

eine treibstoffknappheit machte es nötig, irgendwann wieder eine zapfsĂ€ule zu suchen, was aber bei dem an diesem tag stattfindenden streik der tankstellenpĂ€chter nicht ganz einfach war. zudem auch an der tankstelle erfahrungsgemĂ€ss wieder starthilfe benötigt wurde. das tankkunststĂŒck mit wiederinbetriebnahme gelang aber wider erwarten ganz gut (nur zwei stopps waren dazu nötig) und ich sah den strand schon fast vor mir.

zuvor aber nahm ich im selben ort (cervignano del friuli) auf der anderen strassenseite einige geparkte mopeds wahr und entschied, diese in augenschein zu nehmen. und siehe da, der grosse motorradfahrer ganz oben hatte einsicht und ein gewiefter mechaniker erledigte mein problem praktisch fast im handumdrehen, wobei er auf der umgedrehten hand zwanzig euro entgegennahm. korrodierte anschlĂŒsse an der batterie (mangelnde wartung teil 2) waren des rĂ€tsels lösung. danach konnte uns aber nichts mehr aufhalten und jaqueline und ich erreichten endlich moni, die immerhin schon eingekauft hatte und mit dem erwerb mehrerer flaschen bardolino fast schon gardaseeflair herbeizauberte – wobei die tatsache, dass die erste flasche sehr schnell leer war möglicherweise ebenso dazu beigetragen haben dĂŒrfte.

 

 

die rĂŒckfahrt am sonntag stand unter dem vorsatz, einen teil der schinken tour von san daniele an zu fahren und rechtzeitig vor den f1 besuchern zuhause zu sein. nach einem eher sehr langweiligen, schleppenden zockeln bis san daniele waren linchen und ich endlich in kurvenreicherem gelĂ€nde und konnten uns artgerecht bewegen. in tolmezzo wurde die abzweigung auf den lanza pass erstmals gesucht und auch gefunden. durch den sonntĂ€glichen heimritt waren leider viele dosenfahrer unterwegs, die sich auch im weiteren verlauf der reise bremsend auswirkten. ĂŒber das wie immer toll zu fahrende nassfeld ging es, gefolgt von der windischen höhe und einigen abzweigern, auf den katschberg. von dort ĂŒber obertauern und die forstau wieder in heimatliche gefilde. nach einem erfreulichen ereignislosen ritt habe ich mein linchen mit 900km mehr am kilometerzĂ€hler nach einem klaps auf‘s hinterteil wieder garagiert.

 


fazit:

drum prĂŒfe wer gern fahren will wohin

nicht luft nur reifen und benzin

sondern man schmiere da und dort

sonst geht es oft nur schiebend fort

 

 

zusÀtzliche daten:

 

geplante strecke


GrĂ¶ĂŸere Kartenansicht

 

 

R.I.P.: ich bedauere hier den verlust auch der dritten gopro-„action“??? cam (und des films), deren gehĂ€use sich möglicherweise wegen geplanter obsoleszenz auflöste (bereits der zweite derartige fall in 14 tagen – und wie schon zuvor will der sogenannte gopro-kundendienst auch von diesem nichts wissen).

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